Was ist Siebdruck?

Was ist Siebdruck?

Der Siebdruck ist eine Drucktechnik, die für glatte und unebene Materialien geeignet ist. Hier erklären wir alles zum  Druckverfahren Siebdruck, was Siebdruck genau ist, in welchen Bereichen die Anwendung stattfindet und welche Vor- bzw. Nachteile der Siebdruck mit sich bringt.

Das ist Siebdruck!

Siebdruck ist eine Drucktechnik, die einen sehr breiten Anwendungsbereich hat. Fast 90% der Kleidung wird mit dem Druckverfahren Siebdruck bedruckt.

Doch wieso ist das so?

Das Druckverfahren ist schnell, gut und günstig. Während bei anderen Druckverfahren wie zum Beispiel dem Flexdruck, Flockdruck oder Direktdruck sehr viel Zeit für jeden Druck benötigt werden, dauert ein Druck mit dem Siebdruckverfahren nur ein paar Sekunden. Zeit ist Geld, somit ist der Siebdruck ein tolles und günstiges Druckverfahren. Zum genauen Ablauf eines Siebdruckes kommen wir später nochmal.

Außerdem wird dieses Druckverfahren von der unglaublichen Waschbeständigkeit und anderen externen Faktoren gekennzeichnet. Durch den Einsatz von Spezialfarben kann auf Baumwoll, Polyester und anderen synthetischen Materialien gedruckt werden. Der Druck wird mit erstklassigen Maschinen gedruckt, um eine noch nie da gewesene Präzision zu erlangen. Jeder Druck wird in einem Trockenkanal aufrechterhalten, um die 100% Waschbeständigkeit zu garantieren.

Der Maximale Druck auf dem fertigen Kleidungsstück beträgt 40 x 50 cm.

Wann eignet sich Siebdruck am besten?

  • Der Siebdruck ist ein Allrounder. Denn noch am besten eignet er sich ab einer Stückzahl von 20 Stück. Grundsätzlich gilt: Je größer die Menge, desto geringer der Stückpreis.

Hier ein kurzes Preisbeispiel:
40 Drucke in dunkelblau auf einem weißen T-Shirt. = 2,26€ pro Druck. (inkl. MwSt. und zzgl. Einrichtungskosten.)
250 Drucke in dunkelblau auf einem weißen T-Shirt. = 1,58€ pro Druck. (inkl. MwSt. und zzgl. Einrichtungskosten.)

  • Kostengünstig bei einer großen Stückzahl.
  • Extravagante Motive mit Reflektionen o. ä. (Sonderfarben)

Für welche Textilien eignet sich Siebdruck?

Was muss ich beim Siebdruck beachten?

  • Es lassen sich keine Farbverläufe darstellen.
  • Maximal 12 Farben pro Motiv
  • Bei hellerem Aufdruck als das Textil, muss ein Unterdruck erfolgen (z. B. weißer Druck auf dunkelgrauen Textil)

Farbverläufe müssen gerastert werden

Beim Siebdruckverfahren lassen sich Farbverläufe nur bedingt darstellen. Da, bei dem Siebdruck, wie der Name bereits sagt, mit einem Sieb gedruckt wird, besteht nur die Möglichkeit: Farbe wird gedruckt -> das Sieb ist durchlässig -> das Textil wird bedruckt oder die Farbe wird nicht gedruckt -> das Sieb ist nicht durchlässig -> das Textil wird nicht bedruckt. Einfach gesagt; es lässt sich der Farbauftrag nicht reduzieren. Entweder wird an der Stelle Farbe aufgetragen oder nicht. Aus diesem Grund müssen Farbverläufe gerastert werden. Hierbei wird der Farbverlauf des Motivs in ein Raster aus Punkten abgewandelt. Die Druckpunkte sind dabei unterschiedlich groß und mit einem unterschiedlichen Abstand voneinander angeordnet. Solch ein Raster ist bei einem Betrachtungsabstand von ca. 40 cm nicht mehr zu erkennen.

Farbverlauf_Siebdruck_Textildruck_Whollyyou

Vorteile


  • Hohe Deckkraft
  • Große Farbauswahl
  • Sonderfarben möglich (z.B. Schaumdruck,)
  • Kleidung, Taschen, Schirme, Hüte usw.
  • Günstig (ab 20 Stück)
  • Besonders günstig bei großer Menge
  • Bis zu 12 Farben je Design

Nachteile


  • Einrichtungskosten für Sieb- und Filmerstellung
  • Ab 20 Stück

Wie funktioniert Siebdruck?

Bei dem Druckverfahren Siebdruck wird die Farbe im flüssigen Zustand auf das zu bedruckende Produkt aufgebracht.
Die Illustration zeigt nochmals verbildlicht und vereinfacht den Ablauf von Siebdruck.
Die Druckfarbe wird mit Hilfe eines Rakels durch das Sieb geführt und mit gleicher Menge auf das Produkt aufgebracht.

Ab
Stück

Siebdruck

T-Shirt Textildruck Whollyyou
Siebdruck Rackel
Siebdruck Sieb mit Farbe
Siebdruck Sieb ohne Farbe
Siebfolie für Belichtung

Design

Sieb

Sieb mit Design

Farbe

Rakel

  1. Mit einem Film wird lichtempfindliche Emulsion auf einem Siebträger ausgehärtet
  1. Der Siebträger ist in einem Aluminiumrahmen eingespannt.
  1. Mit einem Rakel wird die Farbe über das Sieb gestrichen.
  1. An den nicht belichteten Stellen ist das Sieb durchlässig und die Farbe bedruckt das Textil.
Slider

Siebdruck – der Ablauf

  1. Druckvorlage – die Datei

    • Es muss eine Druckvorlage mit mindestens 300 Dpi in der zu druckenden Originalgröße vorliegen. Die gängigen Dateiformate Jpg, Pdf, Psd, Tiff o.ä. sind möglich. Farbverläufe werden als Raster gedruckt.
    • Wenn die Hilfe bei der Erstellung der Druckvorlage benötigt wird oder wir eine Druckvorlage erstellen sollen, steht unser Grafikservice gern zur Verfügung.
  2. Vorbereitung Siebe und Filme

    Sofern eine Druckvorlage vorliegt werden die Siebe und Filme erstellt. Hierfür wird das Motiv in komplett schwarz auf eine Folie gedruckt. Das Sieb wird mit einer Beschichtung (Fotoemulsion) beschichtet. Die Folie wird auf das beschichtete Sieb gelegt und im Anschluss mit einer Lampe belichtet. Nur durch das schwarze Motiv kommt kein Licht hindurch. Alle anderen Stellen härten aus.

  3. Sieb ausspülen

    Im nächsten Schritt kann mit Hilfe einer Brause die “flüssige” Fotoemulsion aus dem Sieb gespült werden. Diese Stellen auf dem Sieb, wo vorher das Motiv lag, sind nun durchlässig. – Das Sieb ist einsatzbereit!

  4. Das Bedrucken

    Mit Hilfe eines Rakels kann nun durch das Sieb die notwendige Farbe auf das Textil durchgedrückt werden.

  5. Trocknen

    Nach dem Bedrucken kommen die Textilien in einen Trocknungstunnel damit die Waschbeständigkeit gewährleistet werden kann. – Fertig ist das bedruckte Textil!

Sonderfarben

Für den Siebdruck gibt es auch eine Vielzahl an Sonderfarben. Von glitzernden über aufschäumende bis hin zu leuchtenden Farben ist alles dabei.

Größtententeils wird mit den Plastisolfarben als Druckfarben gedruckt. Aber es gibt auch Wasserfarben oder Sonderfarben. Bezüglich der Sonderfarben sind fast keine Grenzen gesetzt.  3D-Druck,  Glow in the dark (glühend im dunkeln), die Wirkung von nassen Tropfen, Druck platzend (Vintage) oder das Drucken von Metallfolien.

Glitter
Glow in the dark (leuchten im dunkeln)
Meallic-effekt
Schaumdruck

Infos zur Vorlage

Druckvorlage müssen mit mindestens 300 Dpi in der zu druckenden Originalgröße als gängiges Dateiformat z. B. Jpg, Pdf, Psd, Tiff o.ä. erstellt werden. Farbverläufe werden als Raster gedruckt.

Mehr zu Druckverfahren

Welche Druckverfahren gibt es?
Was ist Flexdruck?
Was ist Spezial-Flexdruck?
Was ist Flockdruck?
Was ist Siebdruck?
Was ist der digitale Direktdruck?
Was ist die Bestickung?

Andere interessante Themen

5/5 (1)

Bewertung des Beitrages